Geschrieben von: Administrator Montag, den 31. Oktober 2011 um 10:32 Uhr
Der Reflex in Krisenzeiten ist immer gleich und nur allzu verständlich: Die Anleger suchen nach einem Weg, ihr Geld gewinnbringend und absolut sicher anzulegen. Anders als in den Phasen des wirtschaftlichen Booms geht es jedoch nicht primär darum, eine möglichst satte Rendite zu erzielen, sondern sein Vermögen zu sichern. Die aktuelle Krise unterscheidet sich jedoch in einem Punkt grundlegend von vorherigen Schwächeperioden: In Europa wurde sie wesentlich durch „faule“ Staatsanleihen ausgelöst. Ausgerechnet die Anlageform, die in der Vergangenheit als die sicherste schlechthin galt, wird dadurch zum riskanten Geschäft. Wie sollte man sein Geld also anlegen, um sein Vermögen zu schützen?
Der falsche Reflex: Die Flucht in die Edelmetalle und die non-monetären Vermögensgüter
In einer Finanzkrise, in der die Geldwertstabilität fraglich ist, schrecken viele Menschen vor einer Geldanlage zurück. Sie bevorzugen stattdessen das Investment in Edelmetalle wie Gold sowie sonstigen langfristigen Wertanlagen (Häuser, Grundstücke). Diese Anlagemöglichkeiten vermitteln ein Gefühl von Sicherheit, dieser Eindruck ist jedoch trügerisch. Das Problem ist: Wenn die Krise begonnen hat, ist zum Beispiel der Goldpreis schon viel zu hoch. Sobald das Bewusstsein einer finanziellen Schwächeperiode derart präsent im Bewusstsein der Menschen ankommt, dass diese vor klassischen Anlagen wie Sparplänen (Festgeld, Tagesgeld) oder Börsengeschäften zurückschrecken, sind die Preise für Edelmetalle im Prinzip viel zu teuer, als das man noch in sie investieren sollte. Je nachdem wie der Grundstücksmarkt vor der Krise war, kann sich hier noch ein Investition lohnen, doch generell kauft man non-monetäre Vermögenswerte während Perioden wirtschaftlicher Stärke, da man ansonsten immer einen Verlust machen wird.
Empfehlenswerte Anlagen: Devisen, „sichere“ Staatsanleihen und konventionelle Sparpläne
Generell ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich um eine Finanzkrise mit einer galoppierenden Inflation handelt oder ob die Preise einigermaßen stabil bleiben. Fürchtet man sich vor der Inflation, ist es ratsam, seinen Broker damit zu beauftragen, seine Anlagen aufzulösen und in stabile Devisen zu investieren. Als solche gilt beispielsweise der Franken. Die schweizerische Notenbank hat den Wechselkurs zum Euro „gedeckelt“, so dass der Wert des Franken nicht zu hoch wird und sich auch in der Krise der Devisentausch noch lohnt. Handelt es sich um einen Finanzkrise ohne besonders hohe Inflationsrate, ist noch immer der Ankauf von „konservativen Staatsanleihen“ ratsam. Dies sind die Papiere der Staaten, die als wirtschaftlich stabil gelten. Dazu gehören Deutschland oder Österreich. Die Rendite bleibt dabei jedoch häufig auf der Strecke. Die Verzinsung der Papiere ist meist auf dem Level der Inflationsrate. Wer sicher mehr verdienen möchte, sollte in Tages- oder Festgelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro investieren. Bis zu diesem Wert garantiert der Staat für die Anlage. Gerade mit Festgeldanlagen erreicht man auf diese Weise noch eine nicht zu verachtende Rendite.