Geschrieben von: Klaus-Martin Meyer Samstag, den 11. Dezember 2010 um 09:24 Uhr
Aktuell sind Rohstoffe in aller Munde. Selbige werden angeblich immer knapper, “Peak Oil” droht, die Chinesen limitieren die Ausfuhren seltener Erden und eine Massenbewegung will sich durch Goldkäufe vor dem Niedergang der Papierwährungen schützen. Das Problem an diesen Trends ist, dass sicher ein Großteil des Preisaufschwungs schon passiert ist, wenn man auf diesen Zug aufspringen will. Darüber hinaus, sollte man sein Portfolio - selbst wenn man auf das Thema Rohstoffe aufspringen will - immer ausreichend diversifizieren. Sofern also bereits ein Teil des eigenen Vermögens in konventionelle Rohstoffe wie Gold, Ölaktien oder Kupferkontrakte investiert wurde, lohnt einmal der Blick in die weitere Zukunft. Was passiert eigentlich, wenn die Nachfrage nach Rohöl in den kommenden fünf Jahren tatsächlich die Produktion übersteigen wird?
Natürlich steigen die Preise. Aber die Menschheit wird kaum auf Mobilität verzichten wollen. Deshalb wird schon heute nach Substituten für das Rohöl gesucht. Hier kommen nachwachsende Rohstoffe in Frage wie z.B. die Palmöl, Sojaöl oder auch Raps. Auch neue Ölpflanzen tauche auf dem Radar auf. Eine solche Pflanze, die nach Ansicht von Goldman Sachs, das größte Potential haben soll, ist die Jatropha. Diese wächst auch in trockenen Gebieten, wo gewöhnlich keine Lebensmittelpflanzen angebaut werden, so dass es keine Konkurrenz mit dem Food-Sektor gibt. Diverse Airlines haben bereits Testflüge mit Kerosin auf Basis von Jatropha unternommen, die Lufthansa wird im kommenden Jahr erste Linienflüge mit einem solchen Biokerosin unternehmen. Da es lange dauert, bis die Landwirtschaft die Kapazitäten aufbaut und es sich auch nur langsam unter Investoren herumspricht, dass die Jatropha eine interessante Pflanze ist, ist jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen, erste kleine Tranchen in dieses Thema zu investieren. Wer noch weiter in die Zukunft sieht, der kann auch einmal in Aktien investieren, die aus Algen Biotreibstoffe produzieren wollen. Nach Expertenmeinungen wird dies jedoch erst in zehn Jahren zu nennenswerten Produktionsmengen führen. Wer früh dabei ist, einen langen Atem hat, der wird aber potentiell mit einer sehr viel größeren Ernte belohnt werden.